Mehr SaaS-Anmeldungen mit effektivem Marketing: 4 Wachstumsideen für RemNote

(Dieser Artikel ist ein neues Format. Ich glaube, dass die meisten “How-To” Artikel im Marketing nutzlos sind und höchstens Ablenkung bieten. Stattdessen möchte ich a) Inhalte direkt mit Kontext verbinden, damit du dich besser daran erinnerst und b) mehr Aufmerksamkeit auf coole Startups lenken und evtl. nüztzliche Ideen mit dem Team teilen.)

Früher hatte mein Leben die Struktur eines Jackson Pollock Bilds. Mein häufigster Gedanke war “das kann ich mir doch merken”.

Dementsprechend waren viele Bücher, Kurse und Lehrvideos praktisch nutzlos. Mein Gehirn nahm die Informationen wahr, vergaß sie aber sofort wieder. Deswegen nutzte ich die “Vorschlaghammer-Methode”: Hörbücher, Kurse u.Ä. hörte ich mir wieder und wieder an, damit irgendwas hängen bleibt.

Doch dann entdeckte ich die Macht effektiver Notizen. Seitdem lese ich mit Stift in der Hand, digitalisiere meine Notizen und verlinke sie miteinander. 

Dadurch merke ich mir mehr, habe eine wachsende Wissensbasis und entdecke Zusammenhänge in meinen Notizen. 

Die Software, die das möglich macht, heißt RemNote

In diesem Artikel erkläre ich 4 Marketing-Ideen, die ich für RemNote umsetzen würde. Dabei erkläre ich nicht nur, was ich tun würde, sondern auch wie und warum. So kannst du die Strategien anwenden und für dein Unternehmen nutzen.

RemNote: Wo sind sie momentan?

RemNote ist ein junges Startup. Das heißt, dass Marketing wahrscheinlich keine Priorität hat. Der Fokus liegt erstmal darauf, Early Adopters eine tolle Erfahrung zu liefern. Mit effektivem Marketing skalieren kommt später (wie in vielen Tech-Startups)

Die größte Marketing-Aktion bisher war der Producthunt Launch, bei dem RemNote 868 Upvotes bekam — ein Erfolg für Early Stage SaaS-Unternehmen. 

Die Marketing-Ideen in diesem Artikel dienen dazu, RemNotes Nutzerzahl zu steigern. Da RemNote ein junges Startup ist, geht’s um Kernbotschaft und produktbasierte Wachstumsstrategien statt teuren Werbekampagnen.

Marketing-Idee 1: Dokumenten-Freigabe

Auf RemNote kann man Dokumente veröffentlichen, um sie zu teilen. Das sieht dann so aus.

Die Funktion an sich ist toll, da man Freunden und Kollegen Notizen freigeben kann. So würde ich daraus eine Wachstumsstrategie machen:

RemNote auf veröffentlichten Dokumenten erklären

Unter dem Link oben findest du meine Notizen zu “The End of Banking”. Du findest auch einen Link, um das Dokument in deine eigene RemNote Datenbank zu importieren. Doch wenn du keine RemNote Datenbank hast, verwirrt dich der Satz wohl eher.

Natürlich sind geteilte Dokumente keine Werbefläche. Aber eine kleine Änderung für nicht eingeloggte Besucher könnte hier viel bewirken: 

UX Texte Case Study

Veröffentlichte Dokumente bei Google indexieren

Für fast jedes Buch suchen potentielle Leser und faule Studierende auf Google nach Zusammenfassungen. 

RemNote könnte dementsprechend höhere Google Rankings und dadurch mehr Traffic gewinnen, wenn sie veröffentlichte Dokumente (nach Zustimmung des Nutzers) auf Google indexieren. 

Auch wenn RemNote Dokumente wahrscheinlich nicht mit SEO-optimierten Blogartikeln mithalten können, könnten langfristig für Long Tail Keywords gute Rankings entstehen, die RemNote Traffic bringen.

Das Ganze gilt natürlich nicht nur für Zusammenfassungen beliebter Bücher, ist aber der offensichtlichste Use Case.

Wieso sollte man als Nutzer seine Notizen bei Google indexieren lassen? RemNote müsste hier einen Anreiz liefern, durch den der Traffic auch dem Ersteller des Dokuments zugute kommt. 

Dazu würde ich den Profilnamen Nutzer auf veröffentlichten Dokumenten ihre Social Media Profile, Website, usw. verlinken lassen:

Ich als Contentersteller könnte so extra Aufmerksamkeit gewinnen. Und RemNote könnte mit einmaligem Aufwand langfristig Traffic gewinnen.

Noch cooler wäre natürlich eine Funktion á la Buy Me A Coffee. So könnte RemNote Lesern direkt anbieten, den Ersteller des Dokuments für seine Arbeit zu entlohnen – und für die Abwicklung einen Anteil einbehalten. Win-Win-Win

Diese Idee ist ein klassisches Beispiel davon, ungenutzte Ressourcen nützlich zu machen. Viele Startups haben Inhalte, die momentan in irgendwelchen Ordnern schlummern, obwohl sie das Unternehmen im Marketing voranbringen könnten. 

Content Marketing Strategie

Mehr User gewinnen durch automatische Einladungen

Jeder RemNote Nutzer hat einen persönlichen Link, mit dem er Freunde, Bekannte usw. einladen kann (hier ist meiner). Meldet sich jemand darüber an, bekommt man einen Monat gratis RemNote Pro. 

Eine simple Funktion für mehr User wäre eine Option zur Einladung beim Teilen von Dokumenten. Meistens teilt man ein Dokument mit einer spezifischen Person oder Gruppe. 

Schon eine kleine Benachrichtigung nach der Veröffentlichung eines Dokuments könnte neue Nutzer bringen: 

Im Internet vertrauen Menschen immer weniger. Wir wissen, dass man Bewertungen, Likes und Follower faken kann. Deswegen werden echte Empfehlungen immer wichtiger. 

Mit einem Mechanismus wie oben baut man vertrauenswerte Empfehlungen in eine bestehende Routine ein (den Link teilt man sowieso) und liefert Nutzern einen Anreiz, ihre Dokumente zu teilen und RemNote neue Nutzer zu bringen.

Marketing-Idee 2: Mehr langfristige Kundenbindung mit effektivem Email Marketing

Email ist einer der wenigen Marketing-Kanäle, bei denen du wirklich unabhängig bist. LinkedIn, Facebook und TikTok können dir mit einer Algorithmus-Änderung Reichweite, Traffic und Umsatz abdrehen. 

Eine Email-Liste ist von weniger Faktoren abhängig, weil du die Daten selbst verwaltest.

Von RemNote habe ich bisher nur eine Email bekommen, die verschiedene Use Cases beschreibt. Das ist prima, allerdings geht noch einiges mehr: 

Mehr Kundenbindung und Community durch ein regelmäßiges Newsletter-Format

Mitbewerber Roam Research hat das Format “Roaman Times”. Diese Email kommt ungefähr wöchentlich und enthält zwei Dinge: 

  1. Vorstellung der neuesten Features/Verbesserungen
  2. Die besten Inhalte aus der Community
Roam Research Newsletter

Das hat vier Vorteile: 

  1. Wer zweifelt, wird vielleicht Kunde, wenn sein Traum-Feature herausgekommen ist.
  2. Kunden merken, dass sie Teil einer lebendigen Community
  3. Kunden werden vom Team dafür belohnt, Inhalte für die Community zu erstellen
  4. Zahlende Kunden sehen, dass das Produkt ständig wächst, was Kündigungen senken kann

Dadurch entsteht ein Kreislauf, durch den Roam immer weiter wächst:

Growth Loop SaaS

So einen Newsletter könnte auch RemNote umsetzen. Wöchentlich oder 14-tägig ein Bericht über die neusten Updates und Projekte im Team und die besten Inhalte aus der Community. 

Wenn man so einen Newsletter gut umsetzt, dokumentiert man eine Story – und Geschichten sind eins der mächtigen Werkzeuge im Marketing. Zum einen sieht man das Unternehmen und die Software “live” wachsen.

Zum anderen fühlt man sich als Community-Mitglied als Teil einer wachsenden Bewegung. Das schafft Gefühle von Zugehörigkeit und steigert so die Kundenbindung. 

So ein Format hat langfristige Effekte. Schnelle Effekte bringt zum Beispiel Email-Onboarding:

Mehr aktive User durch effektives Onboarding

Wir kennen es alle: Man findet eine coole Software oder Website, meldet sich sofort an – und loggt sich nie wieder in, weil man’s einfach vergisst. 

Deswegen nutzen viele Software-Startups Onboarding-Automationen. Das Konzept ist einfach: Wer sich anmeldet, erhält 1-2 Wochen lang regelmäßig Emails, die neue User Schritt für Schritt in die Software einführt. 

Diese sind besonders wichtig, da die erste Interaktion mit einer Software/Unternehmen/Person besonders einflussreich für die Kundenbeziehung ist.

RemNote könnte beispielsweise folgende Sequenz erstellen:

  1. Willkommens-Email mit Link zum Login und Tutorials (direkte Aktivierung des Users)
  2. Anleitung, wie man seine erste Notiz erstellt (damit User Erfahrungen mit RemNote sammeln)
  3. Die Story hinter RemNote (Aufbau einer emotionalen Verbindung)
  4. Was RemNote von der Konkurrenz abhebt(für User, die verschiedene Tools vergleichen)
  5. Wissenschaftliche Hintergründe, warum RemNote funktioniert (um mehr Vertrauen zu gewinnen)
  6. Vorstellung von RemNote Pro Features (für mehr Pro-Abonnements)
  7. Umfrage-Mail, warum sich User angemeldet hat (um mehr Daten zu gewinnen)

Das sind natürlich nur Beispiele (ich kenne die am häufigsten gestellten Fragen ja nicht). 

Im Email-Automatisierungs-Bereich ist noch einiges mehr möglich (bspw. Segmentierung nach unternommenen Onboarding-Schritten) – allerdings soll dieser Artikel umsetzbare Tipps geben und kein kompletter Onborading-Ratgeber sein.

Grundsätzlich gilt aber: Email-Onboarding sollte Kunden Tipps geben und Hürden zur Nutzung der Software abbauen.

Aktivierte User bringen aber nichts, wenn sie nach 3 Monaten wieder weg sind. Deswegen glaube ich, dass RemNote von mehr Transparenz profitieren würde. 

Marketing-Idee 3: Mehr Vertrauen bestehender User durch öffentliche Transparenz

RemNote ist eine junge Software. Dadurch gibt’s noch einige UX-Probleme, fehlende Features usw. 

RemNote Early-Adopter wie ich lieben die App trotzdem. Allerdings wissen alle, dass noch einiges fehlt. 

Die Community fragt oft nach neuen Features, worauf das Team manchmal antwortet – und manchmal nicht. Dadurch gibt’s keine Klarheit darüber, was als nächstes auf der Liste der Entwickler steht. Das führt u.U. dazu, dass Nutzer zu einer anderen Software wechseln oder sich gar nicht erst anmelden. 

Eine öffentliche Roadmap könnte das Problem lösen. Wer bspw. hauptsächlich am iPad arbeitet, möchte wahrscheinlich eine Software mit iOS App nutzen. Die gibt’s bei RemNote noch nicht, ist aber in Entwicklung. Das ist nicht sofort ersichtlich – man muss Recherche betreiben, um es herauszufinden. 

Das schreckt u.U. potentielle User ab. Auf der anderen Seite engagiert sich eine Community, wenn sie merken, dass ihre Vorschläge geschätzt und umgesetzt werden. 

Startups haben den strategischen Vorteil, dass sie nah am User sind.

Den Vorteil müssen sie aber auch nutzen. 

Wenn ich eine Idee für ein iPad Feature habe, kann ich Tim Cook keine Email schreiben. Und selbst wenn – bevor ein Konzern wie Apple irgendetwas umsetzt, müssen das 13 Komitees absegnen. 

Innovative Startups verkaufen (bewusst oder unbewusst) auch das Gefühl, Teil von etwas zu sein, Einfluss zu haben und an etwas mitzuwirken.

Aber wenn Vorschläge und Feedback nicht durch Anerkennung belohnt werden, geben Leute weniger Vorschläge und Feedback. Eine einfache Roadmap zeigt die Anerkennung und verdeutlicht, welche Features kommen.

Early Adopter kaufen sich nicht nur Features. Sie zahlen auch für die Erfahrung, zu der Gruppe zu gehören, die die Band das Tool schon kannten, bevor es cool war. 

Mitbewerber Roam Research weiß, dass diese Interaktion für die richtigen User ein wichtiger Vorteil ist – und nennt sie deswegen als Kernvorteil ihres “Believer” Plans: 

RemNote verbessert die Interaktion mit der Community momentan enorm. Eine Roadmap mit zukünftigen Funktionen und Projekten wäre großartig, um momentane User zu binden, die Community zu stärken und zweifelnde User zu überzeugen. 

Eine weitere Option wären “Office Hours”, bzw. regelmäßige Fragerunden mit dem Team. Das stärkt den Austausch zwischen Team und Nutzern und erlaubt direkte Interaktion zwischen beiden Seiten, was eine tiefere Bindung erzeugt.

Marketing-Idee 4: Deutlichere Kommunikation auf der Website

RemNotes Website ist gut. Sie erklärt die Kernfunktionen und macht deutlich, worum es geht. 

Doch nur über Funktionen kann sich keine Software definieren. Es fehlen einige Elemente, die die Kommunikation noch überzeugender machen würden. 

Welches Problem löst RemNote?

Effektives Marketing kommuniziert die Vorteile des Produkts. Allerdings möchten Menschen lieber Nachteile vermeiden als Vorteile gewinnen (ein psychologisches Prinzip namens “Verlustaversion”). 

Verlustaversion

Ein Problem findet sich auf RemNotes Website momentan nicht. Dabei muss das alles nicht kompliziert sein:

Was ist eure Story?

Funktionen sind nur selten ein Wettbewerbsvorteil. Großkonzerne können Software-Features kopieren und in wenigen Monaten ausrollen. 

Gerade kleine Startups profitieren deswegen von einer emotionalen Bindung mit ihren Usern. Wenn wir wissen, dass das Team die Software nicht nur für den Exit in 3 Jahren entwickelt, bleiben wir lieber dabei. 

Doch übers Team ist auf der RemNote Website wenig zu finden. Dabei haben die Gründer tolle Stories:

  • Matty ist Arzt. Auf der Uni brachte man ihm bei, was er lernen sollte – aber nicht wie. Dadurch lernte er viel auswendig und vergaß alles nach der Klausur. Als er Wissensmanagement entdeckte, testete er verschiedenste Tools. Von RemNote war er so begeistert, dass er als Geschäftspartner einstieg.
  • Martin fiel in seinem Informatikstudium auf, dass er zwar Klausuren bestand, aber keinen nachhaltigen Wissensschatz aufbaute. Deswegen entwickelte er RemNote. Erst für sich selbst. Dann für seinen Freundeskreis. Und jetzt für die ganze Welt.

(Ungefähre Zusammenfassung aus diesem Interview).

Diese Stories enthalten viele Bausteine effektiver Marketing-Kommunikation:

Sie erzeugen Sympathie bei der Zielgruppe, die wahrscheinlich ähnliche Probleme hat (wenn auch nicht immer im Studiums-Kontext). Sie implizieren Werte, z.B. das Interesse an lebenslangem Lernen. Und sie zeigen, dass das Team intrinsisch motiviert ist, bevor sie jemals einen Cent damit verdient haben. 

Startup MarketingStrategie

Auch Investoren (falls RemNote welche sucht) interessieren sich für die Hintergründe des Teams.

Was ist eure Vision?

Meiner Meinung nach sind die Möglichkeiten für Tools wie RemNote, Roam und Co. riesig. Sie könnten wie ein Betriebssystem für das Wissen von Personen, Teams und ganzen Gesellschaften werden: 

Wenn eine Universität Lernmaterialien via RemNote ausspielt, können Studierende ihre Notizen gemeinsam nutzen und sich gegenseitig unterstützen. Dozenten könnten mit dem gleichen Zugriff direkt erfahren, welche Fragen offen sind – und in ihrem eigenen RemNote Workspace die Inhalte der vorherigen Vorlesung anpassen. 

Auch Teams in Unternehmen könnten von RemNote als Standard profitieren: Wenn jemand kündigt, braucht man keinen aufwändigen Handoff oder monatelanges Onboarding. Stattdessen bekommt das neue Teammitglied Zugang zur RemNote Datenbank und sieht direkt die Gedanken, Workflows und Interaktionen des Vorgängers.

Ich sehe riesiges Potential in dieser Produktkategorie, auch wenn das momentan erstmal unvorstellbar scheint.

So eine große Vision teilt das RemNote Team (sie wollen “wissenschaftlichen Fortschritt voranbringen, indem sie Menschen dabei unterstützen, besser zu lernen und zu denken”). 

Um das zu finden, muss ich einen Link im Footer der Website suchen und auf das Media Kit klicken. Das tun potentielle Nutzer nicht.

Startup Mission

Die Vision und Mission von RemNote prominenter zu platzieren könnte mehr Investoren und Nutzer überzeugen. Einige erfolgreiche Unternehmen schreiben dafür sogar ein Manifest

Zum Abschluss: Weiter so!

RemNote ist eine großartige Software von einem tollen Team mit einer tollen Mission und verdient mehr Aufmerksamkeit. Mit den Ideen in diesem Artikel könnten sie ihr Wachstum weiter steigern und im Markt noch mehr auffallen.

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