Keine Zeit für Content-Erstellung? So erstellst du regelmäßig Content in 2h die Woche

“Kennst du das auch, wenn du…” tippte ich verzweifelt ins LinkedIn Schreibfenster. Doch wie die letzten 3 Anfänge verschwanden auch diese 6 Worte wieder. 

Ich hatte mich nach Jahren kompletter Inaktivität wieder bei LinkedIn eingeloggt, weil ich endlich Social Media Content erstellen wollte. Aber ich hatte ehrlich gesagt keine Ahnung, was man da überhaupt postet. 

Ein kurzer Scroll durch den Newsfeed zeigte mir die erfolgreichen Posts anderer: Makellos designte Slideshows, Beiträge in Tweet-Länge mit 100+ Likes und hochwertig produzierte Videos. Wie sollte ich da mithalten? 

Als Freelancer habe ich keine 20 Stunden pro Woche für Content übrig.

Ich hätte Social Media fast wieder als Zeitverschwendung abgetan. Doch ich überwand mich. Und der erste Post war zugegebenermaßen durchschnittlich. 

Seitdem veröffentliche ich (bis auf wenige Ausnahmen) täglich—und zwar ohne dafür zeitlich einen neuen Nebenjob anzunehmen. Für Content plane ich pro Woche nämlich nur ca. 2 Stunden ein. Der Schlüssel dazu sind nicht Wort-für-Wort Vorlagen oder stumpfe Wiederverwendung. Es sind simple Strategien, die Content-Erstellung vereinfachen und beschleunigen.

In diesem Artikel erfährst du einige der Strategien, mit denen du auch regelmäßig effektiven Content erstellen kannst, ohne dich zu überlasten.

Strategie 1: Der Zeitungs-Trick

Devin Stone ist ein erfolgreicher YouTuber. Er hat (im Februar 2021) 1,71 Millionen Abonnenten und ist nebenbei praktizierender Anwalt. Bei 234 Videos in 4 Jahren hat er dabei ziemlich genau ein Mal die Woche ein Video veröffentlicht. 

Wie schafft er es, wöchentlich so guten Content zu liefern, dass in nur 4 Jahren Millionen den Kanal abonnieren? Das fragte auch Noah Kagan ihn in einer Podcast-Folge. Seine Antwort war simpel: 

“Content-Serien”: Wiedererkennbare Inhalte häufig liefern:

Auf Devins Kanal “Legal Eagle” findet man fast ausschließlich 3 Arten von Videos:

  • x gets lawyered: Er schaut sich Gerichts-/Anwaltsszenen aus Filmen an und beschreibt, wie realistisch diese sind.
  • Real Law Review: Devin kommentiert einen Rechtsstreit, der momentan durch die Medien geht.
  • Shorts: Kurze Videos über rechtliche Dinge.

Das ist in konventionellen Medien nicht anders. Bei der FAZ kommen Journalisten morgens nicht ins Büro und fragen sich, worüber sie heute mal schreiben könnten. Sie wissen, dass jeden Tag der Sportteil, Kulturteil, Wissenschaftsteil usw. befüllt wird. 

Das ARD produziert auch nicht ständig neue Krimis, sondern überlegt sich neue Geschichten für den Tatort

Im Content Marketing hat sich diese Mentalität bisher wenig verbreitet. Dabei haben Serien drei große Vorteile: 

  1. Schnellere Produktion: Wenn du regelmäßig im gleichen Format produzierst, wirst du darin effizienter, weil du nicht immer von Grund auf denken musst.
  2. Einfachere Ideenfindung: Ein komplett leeres Dokument ist beängstigend. Eine “Serie” gibt dir schon mal einen Startpunkt.
  3. Zuschauer-/Leserbindung: Wenn du regelmäßig genau das lieferst, wofür Leute dir folgen, kommen Leute gerne zurück und fangen an, dir zu vertrauen.

Am Anfang musst du wahrscheinlich einige Formate austesten. Sobald du aber eins gefunden hast, das funktioniert, liefere es regelmäßig und gib ihm am besten einen Namen. 

Das heißt natürlich nicht, dass du deine gesamte Personal Brand auf ein oder mehrere Formate begrenzen solltest. Allerdings sollten verlässliche, effektive Formate das Fundament deines Contents sein. Das Stichwort ist verlässlich. Denn wenn du nur alle Jubeljahre etwas veröffentlichst, vergessen dich die Leute. Unverlässlich werden Content-Ersteller vor allen Dingen dann, wenn es an Ideen mangelt. 

Doch auch das ist leicht behoben: 

Strategie 2: Ideen-Listen

Für die meisten Selbstständigen ist Ideenknappheit nicht das Problem—die Ideenpünktlichkeit fehlt. Beim Einkaufen, Rad fahren, Sport machen oder Duschen haben wir ständig interessante Ideen. 

Doch wenn wir dann im Google Doc, dem LinkedIn Editor oder vor der Kamera sind, versiegt die Ideenquelle plötzlich. 

In anderen Worten: Wir haben die besten Ideen, wenn wir sie gerade nicht umsetzen können. Wenn wir gute Content-Ideen erzwingen wollen, kommen wir nicht voran.

Die Lösung ist so simpel wie gut: Lege eine Notiz an, in der du dir Ideen notierst, sobald sie dir in den Kopf kommen. Das klingt simpel—und ist es auch. Wichtig ist nur, dass du dir das so notierst, dass es auch zu Content wird. Hier ein paar Tipps dazu:

  1. Lege nicht jedes Mal eine neue Notiz an. Erstelle eine Liste und führe sie fort, anstatt 30 verschiedene Notizen zu erstellen.
  2. Schreibe auch schlechte und verrückte Ideen auf. Dadurch gewöhnst du dir an, Content Marketing Ideen aufzuschreiben—und oft führt ein zweiter Blick auf die Idee dazu, dass wir merken, wie daraus etwas werden könnte.
Kleiner Auszug aus meiner Content Marketing Ideen Liste.

Wie du in der Liste oben siehst, habe ich nicht jede Idee abgehakt. Einige schienen auf den zweiten Blick einfach nicht mehr gut. Das ist kein Problem. In der Ideen-Liste sammelst du erstmal nur. Filtern kannst du dann, wenn’s ums veröffentlichen geht.

Und schon hast du keine Ausreden mehr Wenn du jetzt mal keine Idee hast, kannst du immer zu deiner Ideen-Liste klicken und einfach eine davon umsetzen. 

Mit Software zur automatisierten Content-Maschine

Viele stellen sich das Leben als Content-Ersteller vor wie die hektische Tätigkeit eines Community Managers: Ständig auf Social Media die wichtigsten Metriken checken, Kommentare beantworten und eine passende Antwort auf Hater finden. 

Das muss nicht so sein. Ich bin ganz ehrlich: Ich arbeite am liebsten in ununterbrochenen Zeitblöcken. Nur ich, iA Writer, RemNote, mein Moleskine Notizbuch und meine mechanische Tastatur. Und ein wichtiges Projekt. 

Einblick ins Dachboden-Workspace.

Genau so erstelle ich meinen Content: Ein Mal am Montag nehme ich mir 90 Minuten, um Content für die Woche zu erstellen. Dann kommt der in Buffer und wird automatisch jeden Morgen um 7:33 gepostet. 

Dadurch muss ich nicht jeden Tag auf LinkedIn sein. Diese Strategie ist weniger komplex, aber automatisiertes Posten lässt dich beim Content Marketing viel Zeit sparen, damit dich der Newsfeed nicht von deiner Kundenarbeit oder anderem Tagesgeschäft abhält. 

Tools gibt’s viele, zu den Bekanntesten zählen Buffer (das nutze ich) und Hootsuite. 

Natürlich sollte man trotzdem auch Kommentare beantworten. Das freut nicht nur Social Media Algorithmen, sondern führt auch zu Gesprächen, woraus u.U. Kunden werden könnten. 

Wie du siehst: Content Marketing für Selbstständige muss nicht so schwierig sein.

Wenn du 

  1. Formate entwickelst
  2. Ideen regelmäßig erfasst
  3. automatisiert postest

Kannst du in wenigen Stunden pro Woche täglich Content liefern, ohne dafür deine Kunden oder Freizeit zu vernachlässigen.

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